Ist der „Rembrandt“ echt oder nur eine Kopie?

Bei Fragen wie dieser kann die Wasserzeichenanalyse belastbare Auskünfte geben.

93%

Wiedererkennungs­wert

1000+

Zeichen in Datenbank

Original oder Fälschung

Datierungen und Authentizitäts­prüfungen mit Wasserzeichen

Wasserzeichenbasierte Werkübersicht

Datierung der Entstehungszeitpunkte von Zeichnungen des sog. „Egmont-Meisters“ mittels Wasserzeichen. Die Wasserzeichenanalyse lieferte hierbei wesentliche Hinweise, dass es sich nicht um eine Einzelperson sondern mehrere Künstler gehandelt haben muss.

Warum Wasser­zeichen­analyse?

Bei undatierten Zeichnungen, Handschriften, Druckgraphiken stellt sich oftmals die Frage nach dem Entstehungszeitpunkt und Entstehungsort. Auch bei der Unterscheidung in Original und Fälschung, oder Ur- und Abschriften bei Musikhandschriften können die Papierstrukturen, insbesondere die der Wasserzeichen, wertvolle Indizien zur Entstehungsgeschichte liefern. Aus diesem Grunde hat es sich die Wasserzeichenkunde (Filigranologie) zur Aufgabe gemacht, Rückschlüsse auf das Herkunftsgebiet und den Zeitraum der Verwendung des entsprechenden Papiers zu ermöglichen. Hierbei wird nach datierten Dokumenten bzw. Datumsträgern mit identischen Wasserzeichen gesucht und aus diesen entsprechende Informationen abgeleitet.

Genauigkeit von Datierungen mit Wasserzeichen

Die allgemeine Verwendungsdauer eines Schöpfsiebes bei kontinuier­licher Benutzung sehen Weiss bei 2 bis 3 Jahren, Stevenson bei nicht mehr als 2 Jahren und Tschudin bei 1,5 bis 2 Jahren, abhängig jedoch von der Anzahl von Schöpfsieben, die parallel im Gebrauch standen. Den allgemeinen Papier-Verwendungs­zeit­raum gibt Piccard am Beispiel der Kronen­papiere mit „ein bis höchstens vier Jahre[n]“ an. Bei der Datierung eines Objektes auf Basis von identischen Wasserzeichen hat sich nach Harlfinger die Faustregel +/- 4 Jahre durchgesetzt. Dies deckt sich mit den Meinungen beispielsweise von Gerardy und Banasch. Hieraus ergibt sich für Datierungen mittels Wasserzeichen eine Toleranz von +/- 2 oder +/-4 Jahre für die Datumsübernahme von einem datierten Beleg.

Beispiel: Das Wasserzeichen aus Piccard / Beleg: PO-1538451 stammt aus einem Dokument, welches 1600 in Nürnberg geschrieben wurde und welches sich heute im Stadtarchiv Nördlingen befindet. Die Wasser­zeichen­prüfung einer Zeichnung ergab hierzu ein mit PO-1538451 identisches Wasserzeichen, so ist für diese Zeichnung eine Entstehungszeit von 1600 +/- 2 bzw. +/-4 Jahre anzunehmen ist.

Genauigkeit von Wasserzeichendatierungen

Beispiel: Das Wasserzeichen aus Piccard: Beleg: PO-1538451 stammt aus einem Dokument, welches 1600 in Nürnberg geschrieben wurde und welches sich heute im Stadtarchiv Nördlingen befindet. Die Wasser­zeichenprüfung einer Zeichnung ergab hierzu ein mit PO-1538451 identisches Wasser­zeichen, so ist für diese Zeichnung eine Entstehungszeit von 1600 +/- 2 bzw. +/-4 Jahre anzunehmen ist.

Verortung mittels Wasserzeichen

Herkunft bestimmen

Infolge beschränkter Transport­kapazitäten erscheint es in den meisten Fällen naheliegender davon auszugehen, dass die Papiere überwiegend im näheren Umkreis der Papiermühlen verarbeitet und verbraucht wurden.

Dagegen muss bei hochwertigen und feinsten Papieren von einem Absatz im Messe- und sonstigen Fernhandel ausgegangen werden. So kamen italienische Papiere über die Alpen, finden sich Papiere mit dem Baselstab den Rhein abwärts oder ließen Amsterdamer Papierhändler ihre Papiere in französischen Papiermühlen fertigen.

Schöpfbogen­rekonstruktion

Auf Basis des Wasserzeichens und weiterer Merkmale im Papier lassen sich mitunter Aussagen zum Format des Originalbogens treffen. Dies wird jedoch nur für fort­ge­schrittene „Wasser­zeichen­kundler“ empfohlen.

Schöpfsieb-Rekonstruktion zwecks Ermittlung des originalen Papierformates

Begriffe

Schöpfsieb

1.) Rippstege (Sieb) –> Ripplinien (Papier)
2.) Gegenmarke
3.) Kettstege (Sieb) –> Kettlinien (Papier)
4.) Hauptmarke

Präzision der Durchzeichnungen von Wasserzeichen

Für den Wasserzeichen­motivabgleich mit Durch­zeichnungen und sämtliche dort gemessene Ab­messun­gen gilt eine Toleranz von 2mm, die 2 Strichbreiten entspricht. Dies erklärt sich mit dem Ver­fahrensbedingten Umzeichnen.

Genauigkeit von Wasserzeichendatierungen

Identisch, Twin oder nur ähnlich – Ähnlich­keitsabstufungen bei Wasserzeichen

Bei den meisten bisher verwendeten Ordnungssystemen von Wasser­zeichen (Briquet, Piccard, IPH, etc.) wird zunächst in ‚Art’ oder ‚Hauptgruppen’ (z.B. Tier) mit z.T. sogar mehreren Unterarten (z.B. Ochsenkopf) unterschieden. Diese werden in ‚Gruppen’ (z.B. Ochsenkopf mit Nasenlöchern) unterteilt, wobei Typenserien mit gemeinsamen Charakteristiken zusammengefasst sind, die meist schon durch besondere regionale Eigenheiten geprägt sind. Mit der weiteren Unterteilung in ‚Typ’ werden sehr ähnliche, meist aus einer Werkstatt stammende Wasserzeichen zusammengefasst. Mit ‚identischen Zeichen’ sind Wasserzeichen gemeint die von der gleichen Form und aus der gleichen Zeit stammen. Hier müssen die Rippstege und Kettdrähte absolut übereinstimmen. ‚Identische Varianten’ stammen aus gleichen Werkstätten, kommen aber von verschiedenen Schöpfformen. Hierbei handelt es sich meist um die zwei Formen ein und desselben Schöpfformenpaares und gehören folglich zeitlich zusammen. Rippstege und Kettdrähte müssen für diese Klassifizierung große Ähnlichkeiten aufweisen. ‚Ähnliche Varianten’ kommen aus einer Werkstätte, kann von der früheren Schöpfform stammen, gehört aber in eine frühere oder spätere Zeit. ‚Deformierte Variante’ stammen von abgenutzten, verbogenen oder sonst wie abgenutzten Schöpfformen und werden später als das identische und undeformierte Wasserzeichen datiert. ‚Verschiedene Variante’ weisen größere Formenunterschiede auf was auf einen mehr oder weniger großen zeitlichen Abstand hindeuten könnte.

Bei der Benutzung Briquets gibt es eine weitere Besonderheit. Briquets ‚var.ident.’ bedeutet: „includes not only identical marks but twin marks and very similar marks, a classification partly due to the ambiguities of tracings“ , was an anderer Stelle durch Stevenson mit: „’Var.ident.’ include marks that are identical (from the same mould) and also those that are not identical (from different moulds). What Briquets records or promises is marks that are merely very similar“ wieder etwas relativiert wird.

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Gartenhaus_Ausschnitt
Gartenhaus_WZ-DZ

Geltungsbedingungen für die Wasser­zei­chen­datierungen

Wasserzeichenbasierte Datierungen erfolgen auf der Grundlage ihres „Verwandtschaftsverhältnisses“. Wasserzeichen können dabei zueinander ‚identisch’, (deckungs­gleich), ‚ähnlich’ (sie zeigen gleiche, nur durch Verschiebung oder Beschädigung abweichende Drahtfiguren), oder nur vom ‚gleichen Motivtyp’ (auch ‚Varianten’ genannt) sein. In der Einleitung Piccards zu seinem ersten Wasser­zeichen­findbuch ‚Kronen-Wasserzeichen’ (1961) ist zu lesen: „Die Gebrauchs­dauer der Schöpf­formen­paare war infolge ihrer natürlichen Abnutzung begrenzt, sie betrug im Durchschnitt etwa 800 Ries oder rund 400.000 Bogen Papier. Ein normal (und ganzjährig) arbeitender Betrieb verbrauchte (im 16. Jahrhundert) jährlich zwei Schöpfformenpaare. Jede Erneuerung der Formen und ihrer Papierzeichen ist in ihren Erzeugnissen infolge der oft etwas veränderten Abstände der Binde­drähte, vor allem aber durch geringfügige, doch deutlich wahrnehmbare Änderungen der Dimensionen der Papiermarken von ihren Vorgängern und Nachfolgern zu unterscheiden.“ Zusammen stellten Schöpfer, Gautscher und Leger täglich etwa 5000 Bögen Papier her, sodass sich die Jahreserzeugung einer Mühle dieser Größe (mit einer Bütte) auf etwa 300 Ballen oder 15.000kg belief. Eine solcher Jahresausstoß wurde aber nur unter günstigen Bedingungen erreicht. So belief sich beispielsweise die durch­schnittliche Jahres­erzeu­gung einer Bütte in Württemberg auf 8.000 bis 10.000kg. Daneben gab es nur wenige Papiermühlen die noch über eine zweite oder gar dritte Bütte verfügten. Anfang des 19. Jahr­hunderts soll es in ganz Deutschland schließlich rund 1300 Bütten gegeben haben, die etwa 15.000 Menschen Arbeit gaben.

Herstellung hand­geschöpfter Papiere mit Wasserzeichen

Ein kurzer Film beschreibt mehr als unzählige Worte – hier zur Technik und den einzelnen Arbeitsschritten bei der Herstellung eines handgeschöpften Papieres.

Wie Wasser­zeichen und Papier­strukturen entstehen

Maschinelle Papierherstellung

Schließlich begann Anfang des 19.Jahrhunderts ein tiefgreifender Umbruch im Prozess der Papier­herstellung; der Beginn der maschi­nellen Papierherstellung die das Sterben der meisten Papiermühlen zur Folge hatte. Im Jahr 1797 baute Nicolas Louis Robert erste Modell einer von handbetriebenen Papiermaschine (68 cm Siebbreite) welches sich allerdings als technischer Fehlschlag herausstellte und nicht erhalten geblieben ist. Eine von Bryan Donkin im Auftrag von zwei Londoner Papierhändlern, Henry und Sealy Fourdrinier, weiterentwickelte noch breitere Papiermaschiene (152cm) wurde 1804 bei der Papiermühle Frogmor Mill Two Waters in Hertfordshire in Betrieb gesetzt. Die Ironie des Schicksals will es, dass erst eine dritte 1807/08 gebaute Papiermaschine (137,2 cm breit und 9,3m lang) letztlich den Erfolg brachte. Zu diesem Zeitpunkt war Robert bereits schon 8 Jahre tot und die Brüder Fourdrinier insolvent. In Deutschland wurde die erste Papiermaschine, eine Donkin-Maschine, 1818 in Berlin in Betrieb genommen. Die ersten in Deutschland gefertigten Papiermaschinen kamen aus Heidenheim (1832) und Ravensburg (1841). Vermutlich aus sozial-gesellschaftlichen Gründen sahen die Handpapiermacher das maschinell erzeugte Papier als minderwertig an, obwohl schon damals die Produktion 5-8 mal höher als die einer Papiermühle mit 5 Schöpfbütten war und zudem auch andere Rohstoffe eingesetzt werden konnten.

Schema einer Langsiebmaschine; Position des Egoutteurs(

Schema einer Langsiebmaschine; Position des Egoutteurs („Wasserzeichenwalze“) hier grün markiert

Unsere Preismodelle

heridate bietet einige Basis­infor­mationen in einer kosten­freien Vorab­ansicht an. Für weiter­gehende Informa­tionen ist die Frei­schaltung erfor­derlich. Aktuell bietet heridate folgende Optionen an:

Einfacher Zugang

Einmaliger Zugang für die Identifizierung eines Wasser­zeichens

Ausreichend für eine Be­stimmung eines spezi­fischen Wasserzeichens

Tageszugang

10er-Karte für die Identifizierung von Wasserzeichen

(beschränkt auf 10 Zugriffe)

Monatszugang

Zugang für die Identifizierung von 150 Wasserzeichen innerhalb eines Monats

(beschränkt auf 150 Zugriffe)

Die Abrechnungs- und Rechnungs­legung erfolgt dabei über die Japico Dietz GmbH.

Darüber hinausgehend können individuelle Regelungen und Abrechnungsmodelle, beispielsweise im Rahmen von Forschungs­koopera­tionen etc. getroffen werden. In diesen Fällen kontaktieren Sie uns bitte mit Ihrer Projektskizze per E-Mail.

Warum kosten Wasserzeichen Geld?

Hinter dem Projekt der heridate-Wasser­zeichen­datenbank steht (im Gegensatz zu den meisten öffentlich zugänglichen Wasser­zeichen­datenbanken) keine aus öffent­lichen Haushalts­mitteln (grund­finanzierte) Einrichtung. Um diesen Service auch zukünftig leisten zu können, ist die heridate-Datenbank darauf angewiesen, einen Teil der entstandenen und entste­henden Kosten auf die Benutzer umzulegen. Heridate macht hier die bisher entstan­denen Kosten transparent.

Zu den Quellen unserer Wasser­zeichen in der heri­date-Datenbank

Die Wasserzeichen der heri­date-Datenbank stammen aus Objekten der namhaf­testen Museen Europas. Nach dem Einloggen bzw. der entsprechen­den Freischaltung finden Sie in dem jeweiligen Datensatz entsprechende Angaben zu Museum, Sammlung und der dortigen Objektsignatur, unter der das Wasserzeichen für heridate erfasst wurde.

Kontakt

Zu technischen Fragen kontaktieren Sie uns bitte über per E-Mail (dietz at japico.eu) oder per Post.

Bitte haben Sie Verständnis, dass – ohne konkreten Auftrag – keine Auskünfte zu einzelnen Wasserzeichen erteilt werden können.